Historie

International 14 – Geschichte und Entwicklung der ältesten Internationalen Segelklasse

Die „International 14“-Klasse, kurz „14“ , kann auf eine im Segelsport einzigartige, über hundertjährige Geschichte zurückblicken. 1898 wurde die erste Australische Meisterschaft ausgetragen. 1928 wurde dem 14-Footer als erster Klasse überhaupt vom Weltsegelverband der Status „Internationale Klasse“ zuerkannt.

„Tradition zur Innovation“
Dem Charme dieser Tradition verbunden, haben sich die 14-Segler seit jeher zugleich der Innovation verpflichtet. Innerhalb dieser Konstruktionsklasse wurde fortlaufend die Bootstechnologie hin zum reinrassigen Skiff mit Doppeltrapez, durchgelattetem Big-Head-Großsegel, asymmetrischen Spinnaker und T-Foils aber auch die Form des seglerischen Wettkampfes, z.B. beim Team-Segeln oder dem spektakulären SuperCup, weiterentwickelt. Der 14 hat so die Entwicklung des Segelsports entscheidend mitbestimmt und kann jeher als eine der spektakulärsten Segelklassen bezeichnet werden.

In den 20´er und 30´er Jahren des 19. Jahrhunderts war der 14 bereits eine treibende Kraft in der Entwicklung des Segelsports. Die herausragenden Designer dieser Zeit Uffa Fox, Morgan Giles und Austin Farrar bauten, getreu dem Motto von Fox „weight is only of use in steam rollers“, bereits Boote mit einem Rumpfgewicht von unter 100kg. Die hölzernen 14s aus dieser Epoche werden noch immer aktiv gesegelt und sind bei den wichtigen Meisterschaften, wie z.B. dem Prince of Wales Cup mit einer eigenen „Classic“-Wertung vertreten. Der Prince of Wales Cup wurde 1927 vom damaligen Prince of Wales dem späteren Duke of Windsor gestiftet und ist noch immer eine der bedeutendsten Trophäen im internationalen Jollensport.

Mit der Ernennung zur Internationalen Klasse in 1928 kamen auch die ersten 14s nach Deutschland. Ende der 20´er und Anfang der 30`er herrschte eine rege Regattaaktivität, z.B. um den „Panpreis der Internationalen 14-Fuß-Dinghi Klasse“, der auf der Außenalster ausgetragen wurde. Die deutsche 14-Flotte fiel jedoch leider den Kriegswirren zum Opfer und die Boote von damals gelten als verschollen. Erst Ende der 90´er Jahre lebte die deutsche Flotte wieder auf und ist nunmehr mit über hundert registrierten Booten die stärkste Skiff-Klasse in Deutschland.

Beim Prince of Wales Cup 1938 wurde von John Winter und dem späteren IYRU-Präsidenten Sir Peter Scott erstmals das Trapez eingesetzt und damit eine Entwicklung eingeläutet, die den Jollensport maßgeblich verändern sollte. Die Erfindung des Trapezes war jedoch zur damaligen Zeit derart revolutionär, dass der seit jeher demokratisch organisierte 14-Weltverband diese Entwicklung zunächst verboten und erst in den 60´er Jahren dieser Verbot wieder aufgehoben hat. Bei allen Regeländerungen muss eine Abstimmung der einzelnen Bootseigner erfolgen, so dass immer ein Gleichgewicht zwischen den innovativen und den eher vorsichtigen auf Kostenbegrenzung bedachten Kräften erreicht werden muss. Durch diese Struktur gelang der Klasse eine Entwicklung mit Augenmaß, die ihr über mehr als hundert Jahre nicht nur das Überleben sicherte sondern sie zu einer maßgeblichen Triebfeder in Sachen Bootstechnologie und Segelsport machte.

So wurde 1984 das Doppeltrapez und 1988 die in Australien schon länger beliebten asymmetrischen Spinnaker eingeführt. Durch den Einsatz neuer Materialien, wie z.B. Kohlefaser wurden die Boot immer leichter. Heute liegt das Mindestgewicht der extrem stabil gebauten Rümpfe bei 74,25 kg. Auch beim Rigg setzte sich im zunehmenden Maße Kohlefaser als das überlegene Material durch.

1996 erfolgte die Fusion mit den australischen 14-Foots-Skiffs die über hundert Jahre eine parallele Entwicklung genommen hatten. Bei der ersten gemeinsamen Weltmeisterschaft 1997 in San Francisco waren trotz der unterschiedlichen Boot-Designs im über hundert Boote starken Feld nur geringe Geschwindigkeitsunterschiede und sehr enges Segeln zu beobachten.

„Imitations come and go but 14s are forever!”

Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche One-Design Boote von der Stange, die das 14-Konzept zum Vorbild hatten. Als prominentestes Beispiel sei der 49er genannt, der das olympische Segeln erfolgreich auffrischte. Doch die Entwicklung im International 14 blieb nicht stehen. Die jüngste Entwicklung sind dabei sogenannte Hydrofoils. Seit 2000 werden horizontale Flügel am Ruderblatt gefahren, deren Anstellwinkel verstellt werden kann. Die Boote sind dadurch wesentlich schneller und deutlich leichter zu handhaben. Getreu dem Motto „imitations come and go but 14s are forever” lassen die heutigen Boote ihre One-Design-Ableger geradezu “alt aussehen”.

Die Weiterentwicklung von Hydrofoils wird die Klasse und den gesamten Segelsport in Zukunft noch wesentlich beschäftigen. Wie in der International Moth gibt es auch bereits 14s, bei denen mit zusätzlichen Tragflächen am Schwert der Rumpf komplett aus dem Wasser gehoben wird. Im Gegensatz zur International Moth ist die Beherrschbarkeit dieser 14s jedoch noch eingeschränkt und im Sinne einer Entwicklung mit Augenmaß sind diese zusätzlichen Tragflächen durch die Klassenregeln verboten.

Bei allen Veränderungen ist eines konstant geblieben und steht auch in Zukunft als Konstante: Die Rumpflänge beträgt 14 Fuß (4267mm).